Viagra und Cialis vor dem Workout? Was du darüber wissen solltest!

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Viagra vor dem Workout

Viagra vor dem Sport? Die blaue Pille ist ein weltbekanntes und bewährtes Medikament. Umfangreiche Untersuchungen und Studien haben die Vorteile von Viagra bei erektiler Dysfunktion mehrfach besättig. Dementsprechend beläuft sich der Umsatz der blauen Wunderpille auf 1 Milliarde Euro pro Jahr! Was nur Wenige wissen ist, dass Potenzmittel wie Viagra und Cialis, aufgrund ihrer muskelstimulierenden Wirkung, auch im Fitnessbereich Einzug gehalten haben. Alles nur Broscience? Was wirklich dahinter steckt, erfährst du in unserem Artikel.

Einige Fitness-Freaks sind ständig auf der Suche nach neuen und immer effektiveren Wegen ihre Muskeln schnellst möglich aufzubauen. So entstand auch ein fragwürdiger Trend, Potenzmittel vor dem Workout zu verwenden. Die beiden beliebtesten Mittel dabei sind Viagra und Cialis. Der Grundgedanke dahinter ist ziemlich einfach erklärt: Sowohl der Wirkstoff von Viagra (Sildenafil), als auch der von Cialis (Tadalafil) sorgen für einen verbesserten Blutdurchfluss. Diesen Effekt scheinen Athleten im Gym zu ihren Gunsten ausnützen zu wollen.

Laut Theorie klingt das gar nicht so weit hergeholt. Beide Wirkstoffe weiten bewiesenermaßen die Adern, um die notwendigen Organe mit mehr Blut zu versorgen. Aufgrund des höheren Blutdurchflusses klingt es logisch, dass man dadurch auch mehr Ausdauer und damit auch eine verbesserte Performance erhält. Doch um diese Theorie bestätigen zu können, muss man erst einmal die Fakten betrachten:

Die Wirkung: Mehr Performance durch Viagra und Cialis?

Sowohl Sildenafil als auch Tadalafil gehören zu der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer (kurz: PDE-5-Hemmer). Diese Medikamentengruppe ist zuständig für die Behandlung von erektiler Dysfunktion, gutartiger Prostatavergrößerungen und Bluthochdruck. PDE-5-Hemmer wirken, ihrem Namen entsprechend, dem Enzym „Phosphodiesterase-5“ entgegen, welches verantwortlich dafür ist, dass der erektionsfördernde Botenstoff, das zyklische Guanin-Monophosphat (cGMP), abgebaut wird. Dieser Botenstoff sorgt im Normalfall dazu, dass die Blutgefäße im Penis geweitet werden, um diesen mit ausreichend Blut für eine Erektion füllen zu können. Zudem erhöhen PDE-5-Hemmer den Stickstoffmonoxid-Gehalt im Blut, um den Blutdurchfluss zu erhöhen. Diese beiden stimulierenden Vorteile sollen auch beim Training im Gym von der Wirkung her dem Pump eines Pre-Workout Boosters gleichkommen. Diverse Athleten weltweit schwören auf genau diesen Effekt bei der Einnahme der Potenzmittel vor dem Sport.

Wie sieht die Studienlage aus?

Es gibt nur wenige Studien, welche sich mit der tatsächlichen Wirkung der Potenzmittel auf die Performance und den Muskel-Pump beschäftigen. Doch selbst diese können den direkten Bezug der Leistungssteigerung durch Viagra oder Cialis nicht zu hundert Prozent bestätigen. Der einzige positive Befund zu diesem Thema bezieht sich auf das schnellere Erreichen von Spitzenleistungen. Dieser Vorteil ist etwa für Sprinter oder Powerlifter sehr interessant, die ihre maximale Leistung in kürzester Zeit abrufen müssen. Alle anderen Studien zu diesem Thema konnten lediglich theoretische Behauptungen feststellen. So sollen die Muskeln durch den besseren Blutdurchfluss auch besser mit Sauerstoff versorgt werden, was etwa Langstreckenläufern zugutekommen könnte. Eine Studie aus dem Jahr 2013 aus dem Fachmagazin „Clinical and Translational Science“ behauptet auch, dass Sildenafil die Muskelproteinsynthese und somit die Funktion der Skelettmuskulatur steigern soll. Beide Studien wurden aber mit einer sehr kleinen Anzahl an Probanden durchgeführt, wodurch sie nicht als aussagekräftig zu betrachten sind. Wissenschaftler weisen eher daraufhin, dass die Verwendung von Potenzmitteln beim Training zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann.

Nebenwirkungen von Viagra und Cialis

Sowohl Viagra als auch Cialis können, aufgrund ihrer starken Wirkungsweise, entsprechende Nebenwirkungen aufweisen. Diese Effekte müssen unbedingt vor der Einnahme eines solchen Potenzmittels beachtet werden. Die häufigste Nebenwirkung von PDE-5-Hemmern sind Kopfschmerzen. Außerdem kann es oftmals zu akutem Hautausschlag oder sogenannten „Flushs“ kommen, was plötzlich auftretende Hautrötungen beschreibt. Zudem sind eine verstopfte Nase, Verdauungs- wie auch Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit ebenso keine Seltenheit wie Schwindel, verminderter Blutdruck, extreme Herzfrequenzen oder Muskelschmerzen. Die genannten Nebenwirkungen sind dabei die harmlosesten, wenn auch die meist aufkommenden. Ernsthaftere Nebenwirkungen sind hingegen der Verschluss von Netzhautgefäßen, Schlaganfälle, sowie Herzinfarkte und der plötzliche Herztod. Gerade empfindliche Menschen sollten sich vor der Zweckentfremdung solcher Medikamente über die potentiellen Gefahren bewusst sein.

Vorsicht beim Kauf!

Da PDE-5-Hemmer verschreibungspflichtig sind, können sie auch nur auf Rezept gekauft werden. Der Grund dafür sind die genannten ernsthaften Nebenwirkungen der Potenzmittel. Man muss sich somit zuerst einer Untersuchung durch einen Arzt unterziehen, damit dieser entscheiden kann, ob man körperlich in der Lage ist das Mittel ohne grobe negative Auswirkungen zu verarbeiten. Erst wenn der Arzt grünes Licht dafür gibt, erhält man die Verschreibung.
Aufgrund der Rezeptpflicht ist es illegal, Potenzmittel im Internet rezeptfrei zu erwerben. Abgesehen davon ist bei solchen Angeboten im Internet weder die Echtheit, noch die Dosierung oder Wirkung der PDE-5-Hemmer gewährleistet. Auch die Nebenwirkungen solcher illegalen Präparate sind nicht genau erfasst, weshalb von Bestellungen ohne Rezept abzuraten ist.

Fazit: Sind Potenzmittel vor dem Training sinnvoll?

Die körperlichen Auswirkungen von Potenzmitteln sind wissenschaftlich klar bewiesen. Der verbesserte Blutdurchfluss nach der Einnahme von PDE-5-Hemmern, wodurch diese Potenzmittel auch ihren eigentlichen Verwendungszweck erfüllen, ist unumstritten. Dennoch kann keine Studie zum Thema „Potenzmittel beim Training“ eindeutig bestätigen, dass sich dieser Effekt auf irgendeine Art und Weise positiv auf das Training auswirkt. Es konnte weder ein richtiger Pump noch stark verbesserte Ausdauer festgestellt werden, wie es etwa bei Boostern der Fall ist.