Veganes Proteinpulver im Check

Mittlerweile stehen immer mehr vegane Proteinpulver zur Auswahl und immer mehr Hersteller drängen mit neuen Produkten auf den Supplement Markt, die alle eine hervorragende Qualität versprechen. Damit du den Überblick behältst, haben wir verschiedene pflanzliche Eiweißpulver getestet und teilen hier unsere Erfahrungen. Natürlich sind solche Supplement Bewertungen immer subjektiv – was wir dir aber garantieren können: In unserer unabhängigen Topliste findest du ausschließlich selbst geprüfte Produkte, die wir guten Gewissens weiterempfehlen können. Was ein gutes veganes Proteinpulver ausmacht und was du vor dem Kauf sonst noch wissen solltest erfährst du in unserm Ratgeber.

Die besten veganen Proteinpulver im Überblick

Diese veganen mehrkomponenten Proteine haben es aufgrund ihrer Qualität und ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis in unser Ranking geschafft.


# 01 |
Myprotein Vegan Blend

Zum Angebot

Proteinisolat aus Reis, Erbsen und Hanf sind die drei Komponenten von Vegan Blend. Durch die Mischung entsteht ein volles Aminosäureprofil und ein Scoop (Messlöffel) enthält ganze 22 Gramm Protein. Für eine bessere Bioverfügbarkeit wurde dem Pulver zusätzlich DigeZyme zugesetzt. Diese Enzym-Mischung unterstützt den Körper beim Aufspalten von Proteinen und sorgt zugleich für eine leichtere Verdaulichkeit. Ein weiterer Vorteil ist der erstaunlich neidige Preis. Doch Myprotein Vegan Blend bietet auch noch Optimierungspotential. So ist der Geschmack noch ausbaufähig – im Vergleich zu anderen pflanzlichen Eiweißpulvern aber vollkommen in Ordnung. In Wasser und vaganer Milch löst sich das Pulver beim Shaken gut auf und hinterlässt nur wenige Rückstände. Der Protein Shake hat dann allerdings eine sandig-mehlige Konsistenz, die auf empfindlichen Zungen störend wirken kann. Wer ohnehin öfter mal zum Mixer greift und pflanzliches Eiweißpulver als Zutat für Smoothies verwendet, wird damit aber keine Probleme haben.


# 02 |
VegiFEEL Vegan Protein

Zum Angebot

Das Vegan Protein von VegiFEEL ist gleich auf vier Komponenten aufgebaut. Proteinisolat aus Erbsen, Reis, Hanf und Johannisbrotkeimlingen sorgt für ein abgerundetes Spektrum an Aminosäuren. In der geschmacksneutralen Version finden sich zudem Meersalz und Stevia sowie Trennmittel, weswegen pro Portion von 30 Gramm immerhin 22,5 Gramm Protein enthalten sind. Als veganes Proteinpulver steht es damit dem Durchschnitt tierischer Eiweißpulver nicht nach. Bei Geschmacksrichtung Schokolade fällt der Eiweißgehalt mit 21 Gramm pro Portion etwas geringer aus. Auch die Löslichkeit und der Geschmack konnten uns überzeugen. Das sehr feine Pulver löst sich gut auf und bildet kaum Rückstände oder Klumpen. Der Geschmack ist, wie so oft bei veganen Proteinpulvern, nicht jedermanns Sache. Mit Wasser oder pflanzlicher Milch zubereitet lassen sich die Protein Shakes aber dennoch gut trinken. Lediglich der Preis ist etwas hoch angesetzt.


# 03 |
foodspring Vegan Protein

Zum Angebot

Das Vegan Protein von foodspring führt unser Ranking zumindest im Preis an, denn für die 600 Gramm Dose muss schon recht tief in die Tasche gegriffen werden. Dafür ist die Löslichkeit gut und es überzeugt auch geschmacklich. Negativ fällt hier lediglich die Stevia-Süße auf, die etwas reduziert werden könnte und eine dauerhafte Einnahme anstrengend machen kann. Dazu handelt es sich bei dem foodspring Vegan Protein um eine Kombination aus vier Komponenten. Erbsen, Sonnenblumen, Hanf und Reis bieten ein stimmiges Verhältnis der einzelnen Aminosäuren und sorgen so für eine umfassende Versorgung der Muskeln. Dennoch liegt das Produkt von Foodspring als veganes Proteinpulver im Eiweißgehalt nur auf dem dritten Platz. Die Geschmacksrichtung Vanille hat 21,4 Gramm pro Portion zu bieten. Schokolade mit 20,8 Gramm pro 30 Gramm Pulver etwas weniger.

Vegan Protein Ratgeber

Mit vegetarischer Ernährung Muskelmasse aufzubauen schaffen die Meisten – immerhin gibt es noch Milchprodukte und Ei als tierische Proteinlieferanten, die als Proteinpulver ohne Frage die Beliebtesten sind. Kein wunder also, dass viele Sportler bei Proteinpulver unweigerlich an Whey und Casein denken, die als Nahrungsergänzungsmittel auch außerhalb der Fitness-Szene zunehmend Verwendung finden. Veganes Proteinpulver ist hingegen noch nicht weit verbreitet und schon mit Vorurteilen und Irrtümern behaftet.

Dabei ist pflanzliches Proteinpulver nicht nur für Veganer interessant: Auch für Sportler die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien leiden eignet es sich ideal um einen erhören Proteinbedarf zu decken.

Tierisches vs. veganes Proteinpulver

Zu den Unterschieden zwischen den Proteinquellen gehören:

Aminosäureprofil:

Whey Protein bietet ein komplettes Aminosäureprofil, veganes Proteinpulver aus nur einer Komponente kann hingegen kein vollständiges Aminosäureprofil aufweisen. Dieses ist jedoch erforderlich um die Muskeln zum Wachsen zu animieren. Daher ist es wichtig verschiedene pflanzliche Proteinquellen zu kombinieren, um ein stimmiges Verhältnis der einzelnen Aminosäuren zu erreichen. Aus diesem Grund liegt der Fokus in unserem Ranking auf mehrkomponenten Proteinpulvern.

Geschmack:

Protein Shakes aus Molke stehen bei vielen Fitness-Sportlern weit oben auf den Listen ihrer Lieblingsspeisen, vegane Pulver findet man dagegen selten auf den ersten Plätzen. Gerade Erbsen- und Hanfprotein sind geschmacklich gewöhnungsbedürftig. Der Geschmack lässt sich mit Früchten, Nüssen oder Gemüse jedoch sehr gut überdecken.

Konsistenz und Löslichkeit:

Bei Konsistenz und Löslichkeit kommt es ganz auf die Aufbereitung des Produktes an – Proteinpulver aus tierischen Quellen kann ebenso klumpen wie pflanzliche Varianten. Veganes Proteinpulver kann tendenziell etwas mehliger oder sandiger sein, das trifft jedoch bei weitem nicht auf alle Produkte zu.

Verträglichkeit:

Veganes Proteinpulver wird generell besser vertragen, gerade bei einer Laktose- oder Glutenunverträglichkeit. Aber auch ohne diese können Whey und Co. zu Übelkeit und Magenschmerzen führen, was bei pflanzlichen Produkten deutlich seltener auftritt.

Muskelaufbau mit pflanzlichem Eiweiß

Veganes Proteinpulver schneidet beim Muskelaufbau trotz der geringeren biologischen Wertigkeit nicht schlechter als tierisches Eiweiß ab. Eine Studie aus dem Jahr 2013 konnte belegen, dass Reisprotein eine vergleichbare Effizienz wie Whey Protein besitzt. Generell gilt: Je ähnlicher das Protein dem menschlichen Eiweiß ist, desto besser kann es vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Die dem Menschen deutlich näher verwandten tierischen Proteine haben daher eine höhere biologische Wertigkeit als die Pflanzenproteine. Dennoch ist es problemlos möglich, den eigenen Eiweißbedarf über eine rein pflanzliche Ernährung zu decken. Zudem erhöht die Kombination von mehreren pflanzlichen Eiweißlieferanten, wie Reis und Erbsen, die biologische Wertigkeit beziehungsweise die Bioverfügbarkeit der Proteine.

Pflanzliche Proteinsorten im Überblick

  • Reisprotein: Es hat einen hohen Eiweißgehalt und enthält zudem viel Methionin und Cystein, Lysin ist hingegen nur in geringem Maße vorhanden. Geschmacklich ist Reisprotein fast neutral.
  • Hanfprotein: Hanfproteinpulver enthält nahezu alle wichtigen Aminosäuren, hat jedoch insgesamt einen vergleichsweise geringen (und dennoch nicht zu verachtenden) Proteingehalt. Durch sein abgerundetes Aminosäurenprofil ist es eine empfehlenswerte Ergänzung zu anderen veganen Proteinpulvern. Jedoch ist es geschmacklich nicht für jeden geeignet.
  • Erbsenprotein: Die Herkunft von Erbsenprotein ist dem Geschmack oftmals noch anzumerken, dafür bietet das Isolat einen sehr hohen Eiweißgehalt und ist reich an Lysin. Cystein und Methionin sind hier allerdings geringer, weswegen es eine ideale Ergänzung zu Reisprotein ist.
  • Veganes Mehrkomponenten Proteinpulver: Reis, Erbsen, Hanf, Sonnenblumen und Lupinen: All diese Komponenten haben verschiedene Vorzüge, die sich in einem Mehrkomponenten Proteinpulver ideal ergänzen können. So wird ein vollständiges Aminosäureprofil erreicht und die biologische Wertigkeit wird gesteigert.

Warum empfehlen wir kein Soja Protein?

Schon bei der Bezeichnung Vegan Protein denken viele zuerst an Soja. Immerhin galt diese Pflanze lange Zeit als unschlagbarer Eiweißlieferant für Vegetarier und Veganer. Allerdings ist sie zunehmend in Verdacht geraten, durch die enthaltenen Phytohormone unerwünschte Auswirkungen auf den Hormonhaushalt zu haben. Schon allein aus diesem Grund bietet es sich an, bei täglichem Konsum des Proteinpulvers auf Soja zu verzichten. Auch wer sich hiervor nicht fürchtet, kann auf das zusätzliche Sojaprotein getrost verzichten.

Nach Sojamilch, -soße, -joghurt und Tofu stellt veganes Proteinpulver aus anderen Quellen eine sinnvolle Ergänzung und Abwechslung dar. Zwar an letzter Stelle der Aufzählung aber durchaus nicht zu vernachlässigen: Soja gehört mittlerweile zu den zwölf Hauptallergenen. Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen sind also durchaus keine Seltenheit mehr, auch wenn diese nicht immer zeitnah den Sojaprodukten zugeordnet werden können. Auch als Komponente im Vegan Protein könnte die eiweißreiche Bohne also Beschwerden auslösen, ein Verzicht ist daher sinnvoll.

Fazit

Für Veganer kann pflanzliches Proteinpulver die Eiweißversorgung an sich sicherstellen – auch ohne einen Mehrbedarf durch Sport. Zudem ist pflanzliches Proteinpulver nicht nur für Veganer, sondern auch für Sportler die an einer nachhaltigen Lebensweise interessiert sind eine gute Alternative zu Whey und Casein. Veganes Proteinpulver erzeugt zudem deutlich weniger Beschwerden und steht zumindest als Kombination mehrerer Komponenten den tierischen Proteinprodukten in nichts nach. Lediglich geschmacklich kann es (noch) nicht mit Whey Protein mithalten.

Veganes Proteinpulver im Check
4.6/5 aus 74 Bewertungen