Erbsenprotein – was du über Erbseneiweiß wissen solltest!

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Erbsenprotein
Welche Vorteile hat Erbsenprotein und für wen ist es geeignet? Wir verraten dir was hinter dem Proteinpulver aus der Hülsenfrucht steckt.

Warum gerade Erbsenprotein?

Durch die verarbeitende industrielle Behandlung von Lebensmitteln werden viele Vitamine und Aminosäuren zerstört, sodass zunehmend Mangelerscheinungen entstehen. Intensive körperliche Belastungen, wie durch Kraft- oder Ausdauertraining, aber auch Krankheiten, Wachstumsphasen und zunehmendes Alter erhöhen die notwendige Versorgung mit Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen.

Die Vorteile von Erbseneiweiß:

Erbsenprotein ist besonders reich an allen essentiellen Aminosäuren, arm an Allergen und bieten sich daher als Nahrungsergänzungsmittel nicht nur für Sportler an.

Aus essentiellen Aminosäuren synthetisiert der Organismus körpereigenes Eiweiß, welches als Baustein für jedwedes Gewebe benötigt wird. Dazu gehören neben Haut sowie Fingernägeln auch Muskeln und Bestandteile der Immunabwehr. Während autotrophe Organismen, also vornehmlich Pflanzen, alle benötigten Aminosäuren eigenständig herstellen, muss der Mensch als heterotrophes Lebewesen essentielle und in bestimmten Lebenssituationen auch semi- essentielle Aminosäuren durch die Nahrung zufügen. Nicht-essentielle Aminosäuren kann ein gesunder Körper sowohl durch die Nahrung aufzunehmen als auch durch die Umwandlung von essentiellen Aminosäuren herzustellen. Grundlegend ist jedoch, dass die essentiellen Aminosäuren in genügend hohem Maß vorhanden sind.

Für wen ist das Erbsenprotein geeignet?

Erbsenproteinpulver eignet sich grundsätzlich für jeden, der sich vegan oder einfach nur gesund und nachhaltig ernähren möchte und einen hohen Proteinbedarf abdecken muss. Durch einen Mix aus Erbsen- und Reisprotein lässt sich mit einem Protein Shake eine große Menge an pflanzlichem Protein zuzuführen, das tierischem Eiweiß in nichts nachsteht.

Das macht Erbsenproteinpulver besonders für Karftsportler interessant. Wie alle veganen Proteinquellen, eignet es sich darüber hinaus auch für Allergiker als Alternative zu Whey Protein. Und auch für Abnehmwillige ist dieses Protein die richtige Wahl, da es reich an Ballaststoffen und somit sehr sättigend ist.

Erbsenprotein und das Aminosäurenprofil

Das Erbsenprotein enthält hohe Konzentrationen der essentiellen Aminosäuren Threonin, Phenylalanin, Lysin und BCAA (Isoleucin, Leucin sowie Valin) sowie der semi- essentiellen Aminosäuren Thyrosin und Arginin. Aber auch die nicht-essentiellen Aminosäuren Alanin, Asparagin- und Glutaminsäure, Glycin, Prolin und Serin sind im hohen Maß enthalten. Darüber hinaus ist Erbsenprotein reich an Eisen und L- Carnitin. Besonders wichtig, da über die Nahrung häufig mangelhaft aufgenommen, sind Lysin, Arginin und BCAA.

Lysin und Arginin

Aus Lysin synthetisiert der Körper Kollagen. Ob im Bindegewebe der Haut oder in Knorpeln und Sehnen – erst durch Kollagen werden die Strukturen elastisch und können ihre spezifischen Aufgaben voll erfüllen. Außerdem kann erst durch Lysin und Vitamin D Calcium in den Knochen aufgenommen werden. Ein Lysinmangel führt auf Dauer zu Osteoporose und brüchigen Knochen. Arginin und Lysin verbessern darüber hinaus die Ausdauer und Leistungsfähigkeit beim Sport. Sie sind nicht nur beim Muskelaufbau, sondern auch für eine schnelle Regeneration unverzichtbar.

BCAA

Die Branched-Chain Amino Acids, also die Aminosäuren der Gruppe BCAA, zeichnen sich durch ihre mehrfach verzweigte Struktur aus. Zu ihnen gehören die essentiellen Aminosäuren Isoleucin, Leucin sowie Valin, die alle in hohem Maß in Erbsenproteinen enthalten sind. 40 Prozent aller aufgenommenen Aminosäuren gehören idealerweise zu den BCAA. Sie steigern den Muskelaufbau, verhindern eine frühzeitige Muskeldegeneration und verbessern die Ausdauer.

Tipp: Sinnvolle Kombinationen erhöhen die biologische Wertigkeit von Erbseneiweiß

Besonders Veganer und andere, die vollkommen auf tierisches Eiweiß verzichten, sind auf der stetigen Suche nach dem idealen Eiweißlieferanten.

Soja scheidet, als einer der zwölf Hauptallergene und aufgrund der unbekannten Wirkungsweise seiner Phytohormone auf den menschlichen Hormonhaushalt, für viele als Nahrungsmittel aus. Neu entdeckt wurden vor allem Reis-, Lupinen- Hanf- und Erbsenproteine. Doch bieten alle vier Proteinquellen für sich allein keine perfekte biologische Wertigkeit. Daher raten wir auch in unserem Vegan Protein Test zu mehrkomponentigen Proteinpulvern. Beispielsweise wird durch ein Verhältnis von 30% Erbsen- und 70% Reisprotein die biologische Wertigkeit drastisch erhöht, sodass dieser vegane Proteinmix selbst Molkenprotein vollständig ersetzen kann!

Das große Manko vom Erbsenproteinpulver ist seine geringe Methioninkonzentration. Dieses ist wiederum in Reisprotein im hohem Maß erhalten. Durch die Kombination von Reis- und Erbsenprotein wird so ein vollständiges Aminosäureprofil erreicht.

Warum ist Methionin wichtig?

Methionin und Lysin ergeben L-Carnitin. L-Carnitin kann den Fettstoffwechsel deutlich zu beschleunigen. Langkettige Fettsäuren werden fast ausschließlich durch diese chemische Verbindung zu den Mitochondrien – den Fettverbrennungskraftwerken der Zellen – transportiert. Daher unterstützen hohe Blutkonzentrationen von L-Carnitin eine Diät! Aber auch beim Ausdauersport ist diese Substanz unabdingbar.

Sind die Glukosespeicher in den Muskeln verbraucht, muss der Körper den Fettstoffwechsel ankurbeln, um genug Energie zu erhalten. Ohne L-Carnitin gelingt ihm das nur mangelhaft – vorzeitige Ermüdungserscheinungen, Muskelübersäuerung und anschließende Heißhungerattacken sind die Folgen.

Zudem hat sich gezeigt, dass L-Carnitin das schädliche Cholesterin verringert sowie die Blutfettwerte verbessert. Leider kannst du diesen Wunderstoff fast ausschließlich über rotes Fleisch wie Rindfleisch aufnehmen. Glücklicherweise ist es aber auch im Erbsenprotein vorhanden. Außerdem ist der Körper in der Lage L-Carnitin aus Methionin und Lysin zu synthetisieren. Die Kombination aus Reis- und Erbsenprotein ist daher ideal. Für die Synthese von Vitamin D braucht der Körper außerdem eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C, B3 und B6 sowie Eisen.

Erbseneiweiß enthält viel Eisen

Neben der Synthese von L-Carnitin benötigt der Organismus eine ausreichende Eisenzufuhr für die Blutbildung und die Katalase. Eisen ist essentieller Bestandteil der roten Blutkörperchen, die Sauerstoff zu den Zellen bringen. Mangelzustände führen zu Kurzatmigkeit, Müdigkeit und schlimmstenfalls zu Blutarmut.

Besonders Frauen leiden häufig unter Eisenmangel. Darüber hinaus ist Eisen im Enzym Katalase enthalten. Dieses wirkt antioxidativ und neutralisiert schädliches, im Körper gebildetes, Wasserstoffperoxid. Um die Aufnahme des im Erbsenprotein enthaltenen, dreiwertigen Eisens zu verbessern, bieten sich Vitamin C- haltige Nahrungsmittel wie Zitronensaft und Co. an. Calcium, Tee und Kaffee verhindern hingegen die Resorption.


Die besten veganen Proteinpulver mit Erbsenprotein:


Fazit

Im Erbsenprotein sind Ballaststoffe, Vitamine, Eisen und hochwertige Proteine enthalten. Es wirkt antioxidativ, entzündungshemmend, verbessert das Blutbild, hat einen geringen glykämischen Index, ist keine schädliche Purinquelle und verbessert den Fettstoffwechsel. Es tragt zu einer höheren sportlichen Leistungsfähigkeit bei und reduziert den Muskelabbau während einer Diät. Doch wie viele Supplements hat die Proteinquelle aus Erbsen auch seine Schwächen und sollte daher idealerweise mit Reisprotein kombiniert werden.

Erbsenprotein – was du über Erbseneiweiß wissen solltest!
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