Aminosäuren für den Muskelaufbau – welche Supps sind sinnvoll?

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Aminosäuren

Aminosäuren – über 20 Prozent des menschlichen Körpers setzt sich aus ihnen zusammen. Es handelt sich hierbei um Proteinbausteine, die in nahezu allen biologischen Vorgängen eine übergeordnete Rolle spielen. Als Grundbausteine der Proteine sind Aminosäuren (oft auch Aminos genannt) wichtige Indikatoren für das Wachstum und die Regeneration des Muskelgewebes. Des Weiteren sind sie für die Erneuerung der Haut sowie der Knochen verantwortlich. Doch nicht nur das: Auch bei der Nahrungsaufnahme übernehmen die gespaltenen Proteine eine gewichtige Rolle. Sie sind unerlässlich für den Transport und die Speicherung sämtlicher Nährstoffe. In der Wissenschaft wird zwischen über 400 verschiedenen Aminosäuren differenziert. Doch lediglich 20 von ihnen sind proteinogen. Das bedeutet, dass nur diese 20 für den Muskelaufbau besonders relevant sind, da der Organismus nur diese zur Neubildung von Proteinen nutzen kann (Proteinbiosynthese). Zwölf davon, die nicht-essentiellen Aminosäuren, kann der Körper selber herstellen. Damit der Organismus aber auf ein vollständiges Aminosäureprofil zurückgreifen kann, muss die Aufnahme der verbleibenden acht essentiellen Aminosäuren (EAAs) über die Nahrung sichergestellt werden. Durch die gezielte Einnahme lässt sich das Muskelwachstum ideal beeinflussen und die körperliche Fitness steigern.

Die 3 Gruppen der proteinogen Aminosäuren

Die proteinogen Aminosäuren werden anhand ihrer Eigenschaften in drei Gruppen unterteilt. Einige können vom Körper selbst produziert werden, andere müssen über die Ernährung aufgenommen werden.

Essentielle Aminosäuren:
Hierbei handelt es sich um Aminosäuren, die der menschliche Organismus nicht selbst herstellen kann. Unterschieden wird hierbei zwischen acht verschiedenen Aminos: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phentylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Diese müssen dem Körper über die Nahrung zugeführt werden.

Semi-essentielle Aminosäuren:
Es gibt zwei semi-essentielle Aminosäuren: Arginin und Histidin. Der Mensch kann diese zwar selbst produzieren, allerdings lediglich in sehr geringem Maße. Insbesondere Sportler und Bodybuilder stoßen hierbei schnell an ihre natürlichen Grenzen, da die Ressourcen schnell verbraucht sind. Daher greifen viele Sportbegeisterte auf eine zusätzliche Aufnahme über Supplemente zurück.

Nicht-essentielle Aminosäuren:
Zuletzt gibt es noch die nicht-essentiellen Aminosäuren, die der Körper in vollem Umfang selber bilden kann. Hierbei handelt es sich um Alanin, Asparagin, Asparaginsäure, Cystein, Glutamin, Glutaminsäure, Glycin, Prolin, Serin, Taurin und Tyrosin. Inwiefern die jeweiligen Proteine hergestellt werden, hängt von der individuellen körperlichen Belastung sowie Lebensalter und dem Gesundheitszustand ab.

Welche Auswirkung hat Aminosäure auf den Muskelaufbau?

Unter vielen Athleten erfreuen sich Amino Supplemente besonderer Beliebtheit. Nicht nur in der Kraftsport-Szene wurde längst erkannt, dass sich die Zufuhr der gespaltenen Proteine positiv auf das Muskelwachstum ausübt. Dies ist dadurch begründet, dass der Körper nach einem anstrengenden Training einen höheren Bedarf an Protein hat. Da der Organismus die Eiweißbausteine direkt aufnehmen kann, anstatt sie zunächst – wie ganze Proteine – im Verdauungstrakt aufwendig zu spalten, kann der erhöhte Bedarf schnell abgedeckt werden. Der Vorzug der Nahrungsergänzung mit Aminosäure besteht also darin, dass sie direkt verfügbar ist. Unabhängig davon, ob Muskeln aufgebaut oder erhalten werden sollen, sollte immer sichergestellt werden, dass in der Regenerationsphase  eine ausreichende Menge an Aminosäuren im Blut vorhanden ist. Verfügt der Körper nicht über genügend Ressourcen zur Neubildung von Proteinen, kann sich der Muskel sogar zurückbilden.

Welche Amino-Supplemente sind für den Muskelaufbau sinnvoll?

Die Angebotspalette ist nahezu unüberschaubar: Der Supplement Markt bietet zahlreiche Produkte an, die den Muskelaufbau oder die Leistungsfähigkeit begünstigen können. Zu den beliebtesten Aminosäuren, die sich für den gezielten Muskelaufbau von Sportlern empfehlen, zählen: BCAA, Glutamin, Arginin sowie Taurin.

BCAAs: Hierbei handelt es sich um Leucin, Isoleucin und Valin, die benötigt werden um neues Körpergewebe aufzubauen. Sie sind nicht nur zum Muskelaufbau, sondern vor allem zu deren Schutz notwendig, da sie dem Muskelabbau vorbeugen. Insbesondere bei Phasen, die sich dem Definieren des Körpers widmen, sind BCAA Supplemente eine sinnvolle Unterstützung. Des Weiteren gewährleisten sie eine optimierte Zirkulation des Blutes und helfen bei der Einlagerung von Glykogen.

Glutamin: Für den Muskelaufbau ist L-Glutamin unerlässlich. Neben der Optimierung des Muskelwachstums ist der Glutamin in der Lage, das Immunsystem zu stärken und das Muskelzellvolumen zu vergrößern. Zudem erhöht es die Ausschüttung der Wachstumshormone und regt die Muskelproteinsynthese an.

Arginin: Diese Aminosäure hat eine positive Auswirkung auf die Stärkung des Immunsystems. Des Weiteren regt L-Arginin die Ausschüttung von Insulin an. Auch die Erektionsfähigkeit sowie die Muskeldurchblutung wird nachhaltig gestärkt.

Taurin: Damit der Flüssigkeitshaushalt im Körper ideal reguliert werden kann, ist L-Taurin notwendig. Zudem fördert Taurin das Konzentrationsvermögen und den Energiehaushalt. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es in vielen Trainingsboostern verwendet.

Fazit

Aminosäuren sind nicht nur lebensnotwendig, sondern eignen sich auch für den gezielten Muskelaufbau und eine verbesserte Leistungsfähigkeit. Abhängig vom individuellen Trainingsziel kann eine Supplementierung daher sinnvoll sein. Eine proteinreiche Ernährung kann allerdings keineswegs durch die Einnahme von Aminosäure ersetzt werden.